Arbeitnehmer leisten viel - Dr. Bärbel Kofler im Austausch mit Betriebs- und Personalräten aus der Region

09. Februar 2026

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler traf sich mit Betriebs- und Personalräten sowie Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertretern aus der Region zum halbjährlichen Erfahrungsaustausch. Der Austausch fand wie gewohnt im Gasthaus Pfaubräu in Trostberg statt und bot Raum für offene Gespräche über aktuelle Herausforderungen in der Arbeitswelt.

Bärbel Kofler betonte die Bedeutung des direkten Dialogs: Der regelmäßige Austausch mit den Interessenvertretungen der Beschäftigten sei für ihre politische Arbeit unverzichtbar, weil er zeige, wo es in der Arbeitswelt tatsächlich hakt. Viele Beschäftigte stünden derzeit unter hohem Druck, ausgelöst durch wirtschaftliche Unsicherheiten und globale Krisen.

Auch auf die laufenden Beratungen zur Weiterentwicklung des Sozialstaats ging die heimische Abgeordnete ein. Ziel sei es, bestehende Leistungen wirksamer und bürgerfreundlicher zu gestalten, ohne soziale Sicherheit abzubauen. Wer arbeite oder unverschuldet in Not gerate, müsse sich auf den Sozialstaat verlassen können. Sie wies auch darauf hin, dass parallel weitere Vorschläge in der Rentenkommission sowie in der Kommission zur Reform der Schuldenbremse erarbeitet werden.

Einen fachlichen Impuls zur wirtschaftlichen Lage der Chemieindustrie gab Günter Zellner, Regionsvorsitzender der IG BCE Altötting. Er schilderte die erheblichen Belastungen für die Branche durch hohe Energiepreise, durch Zölle, eine angespannte Rohstoffversorgung und den zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck, insbesondere durch China. Besonders die Bauchemie sei stark betroffen, da die schwache Baukonjunktur zu deutlichen Absatzrückgängen geführt habe. Bei Wacker Chemie sei daher ein Stellenabbau angekündigt worden. Zellner unterstrich, dass die Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Europa dringend verbessert werden müssten, um Industriearbeitsplätze zu sichern.

Sehr kritisch wurden in der anschließenden Diskussionsrunde die aktuellen Vorschläge der Wirtschaftsunion zur Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit bewertet. Die Abgeordnete machte deutlich, dass pauschale Vorwürfe, Arbeitnehmer arbeiten zu wenig und sind zu viel krank, an der Realität vorbeigingen und ein falsches Signal setzten. Die aktuellen Probleme der Wirtschaft seien nicht durch die Beschäftigten verursacht, sondern durch hohe Energiepreise, unsichere Weltmärkte und internationalen Wettbewerbsdruck. Auch Sepp Parzinger, Vertreter des DGB Region Oberbayern, empfindet die Vorschläge der Union als klaren Angriff auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Viele Menschen arbeiten unter hohen Belastungen und sie verdienten daher Respekt statt Misstrauen.

In der Diskussion berichteten Betriebs- und Personalräte zudem von einem spürbar raueren Ton in vielen Betrieben. Der Druck auf Beschäftigte nehme zu. Bärbel Kofler machte deutlich, dass Respekt, Mitbestimmung und starke Tarifverträge zentrale Voraussetzungen für gute Arbeit seien. Eine stärkere Tarifbindung sei daher ein zentrales Anliegen der SPD. Gute Arbeitsbedingungen, wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

BR-Konferenz in Trostberg
BR-Konferenz in Trostberg Bildunterschrift: Heimische Betriebs- und Personalräte, sowie Gewerkschaftsvertreter tauschten sich mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler im Gasthaus Pfaubräu in Trostberg aus.

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