Existenzsichernde Löhne statt Wegwerfmode

13. Februar 2026

Dr. Bärbel Kofler beim OECD-Forum in Paris: Faire Arbeit ist bei uns und weltweit entscheidend

Nach ihrem Besuch beim OECD-Forum „Due Diligence in the Garment and Footwear Sector“ in Paris zieht die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Bärbel Kofler, MdB, eine klare Bilanz: „Faire Löhne sind bei uns und weltweit entscheidend. Wer hier spart, zahlt morgen den Preis.“ Gerade in Zeiten einer kriselnden Weltwirtschaft sei es wichtiger denn je, Verantwortung in globalen Lieferketten ernst zu nehmen. Das OECD-Forum gilt als eine der weltweit wichtigsten Konferenzen zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft diskutierten dort, wie globale Lieferketten widerstandsfähiger und gerechter gestaltet werden können. Dr. Kofler nahm unter anderem am Eröffnungspanel teil und führte zahlreiche bilaterale Gespräche, unter anderem mit Regierungsvertreterinnen und -vertretern aus Kambodscha sowie internationalen Organisationen.

„Globale Krisen, von der Pandemie bis zu geopolitischen Konflikten, haben gezeigt, wie eng unsere Wirtschaft mit den Arbeitsbedingungen in anderen Teilen der Welt verbunden ist“, so Kofler. „Lieferketten, die allein auf extremen Preisdruck setzen, sind instabil. Wer hingegen fair einkauft, langfristig plant und anständig bezahlt, stärkt Beschäftigte weltweit und schafft zugleich Stabilität für Unternehmen hier bei uns.“

Der Bezug zur Region ist für die SPD-Bundestagsabgeordnete dabei offensichtlich. Auch im Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land prägen Konsumtrends den Markt. Besonders problematisch ist dabei die sogenannte Ultra-Fast-Fashion. Darunter versteht man eine Form der Wegwerfmode, bei der im Wochentakt neue Kollektionen zu extrem niedrigen Preisen auf den Markt geworfen werden. Dieses Geschäftsmodell basiert auf massivem Kostendruck entlang der gesamten Lieferkette und untergräbt faire Arbeitsbedingungen.

„Ultra-Fast-Fashion schadet nicht nur den Menschen in den Produktionsländern, sondern auch unserer heimischen Wirtschaft“, betont Kofler. „Wer Qualität, Ausbildung und faire Löhne ernst nimmt, kann mit Dumpingpreisen nicht konkurrieren. Das trifft auch verantwortungsvolle Unternehmen, den Einzelhandel und Arbeitsplätze hier in der Region.“ Faire Regeln seien deshalb ein Schutz für gute Arbeit weltweit und für einen fairen Wettbewerb vor Ort.

Als Entwicklungsstaatssekretärin verwies Kofler auf Instrumente wie den Grünen Knopf und das Bündnis für nachhaltige Textilien, mit denen das BMZ Unternehmen bei der Umsetzung verantwortungsvoller Lieferketten unterstützt. Gleichzeitig brauche es internationale Zusammenarbeit und verlässliche Regeln, damit faire Standards nicht zum Wettbewerbsnachteil werden.

„Gute Arbeit, faire Löhne und verlässliche Lieferketten sind ein Stabilitätsfaktor in unsicheren Zeiten“, so Kofler abschließend. „Das gilt für Beschäftigte weltweit ebenso wie für Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen bei uns in der Region.“

Anne-Cécile Violland OECD
Dr. Bärbel Kofler mit der französischen Abgeordneten Anne-Cécile Violland, Initiatorin des französischen Gesetzentwurfs zur Regulierung von Fast Fashion, beim diesjährigen OECD Forum „Due Diligence in the Garment and Footwear Sector“.

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