Initiative aus der Region: Bayern soll Fairtrade-Bundesland werden

01. April 2026

Vorschlag des KLJB-Landesvorstands über Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler im Landtag – Antrag scheitert an CSU und Freien Wählern

Eine Initiative aus der Jugendverbandsarbeit hat es bis in den Bayerischen Landtag geschafft. Die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler gab einen Vorschlag des Landesvorstands der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern um Franz Wacker und Karolin Ott an die SPD-Landtagsfraktion weiter. Daraus entstand ein Antrag, Bayern zum Fairtrade-Bundesland zu entwickeln.

„Die Idee ist ein starkes Signal für globale Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften“, sagt Kofler. Sie freue sich, dass der Vorschlag aus der engagierten Arbeit der KLJB auf ihre Initiative nun auch von der SPD-Landtagsfraktion aufgegriffen worden sei.

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Dr. Bärbel im Gespräch mit den KLJB-Landesvorsitzenden Franz Wacker und Karolin Ott in ihrem Wahlkreisbüro in Traunstein (Foto: KLJB Bayern)

Der Antrag der SPD-Landtagsabgeordneten um Markus Rinderspacher und Dr. Simone Strohmayr sah vor, faire und nachhaltige Kriterien verbindlich in der öffentlichen Beschaffung zu verankern, eine landesweite Steuerungsgruppe einzurichten und Fairtrade-Produkte in allen Staatsministerien einzusetzen.

Im zuständigen Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten wurde der Antrag kürzlich beraten, fand jedoch keine Mehrheit. CSU, Freie Wähler und AfD lehnten ihn ab, während SPD und Grüne zustimmten.

SPD-Fraktionsvize Markus Rinderspacher machte im Ausschuss deutlich, worum es geht: Bayern müsse seiner Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten gerecht werden und seine wirtschaftliche Stärke auch ethisch einsetzen. Es gehe nicht um Symbolpolitik, sondern um konkrete Verbesserungen. Kritik kam von den Fraktionen der Landesregierung, die vor zusätzlicher Bürokratie und Mehrkosten warnten. Rinderspacher wies dies zurück und verwies darauf, dass entsprechende Kriterien in der Beschaffung ohne großen Mehraufwand umsetzbar seien. „Fairtrade gehört für uns als KLJB Bayern zu einem verantwortungsvollen politischen Handeln dazu. Es geht nicht um ein Gegeneinander von regional und fair, sondern darum, beides konsequent zusammenzudenken. Bayern hat die Chance, hier eine echte Vorreiterrolle einzunehmen und den fairen Konsum im Freistaat gemeinsam mit Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft weiter voranzubringen. Das Ziel eines Fairtrade-Bundeslandes zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Tisch sitzen und Verantwortung gemeinsam übernehmen. Jetzt kommt es darauf an, die angesprochenen Bedenken ernst zu nehmen und diesen Weg konsequent weiterzugehen", betont Franz Wacker, Landesvorsitzender der KLJB Bayern. „Bayern kann beim fairen Handel eine Vorreiterrolle einnehmen“, erklärte die Augsburger Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr. Viele Projekte vor Ort belegten bereits, wie erfolgreich dieses Engagement sei.

Gerade in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land ist der faire Handel seit Jahren stark verankert. Zahlreiche Weltläden, Initiativen und Kommunen setzen sich für faire Produkte und globale Gerechtigkeit ein. Es gibt mehrere Fairtrade-Towns in der Region, darunter Traunstein und Bad Reichenhall.

„Dieses breite Engagement macht deutlich, wie groß die Unterstützung für fairen Handel ist“, so Kofler. „Umso bedauerlicher ist es, dass dieser konkrete Schritt im Landtag keine Mehrheit gefunden hat. Ein Fairtrade-Bundesland Bayern bleibt dennoch das richtige Ziel.“

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