Kofler im Gespräch mit Generationenbund BGL und Generationen Füreinander BGL: Unterstützungsangebote im Alltag erhalten

30. September 2026

Über die geplanten Änderungen in der Pflegeversicherung und deren Auswirkungen auf Unterstützungsangebote vor Ort hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land, Dr. Bärbel Kofler, mit Günter Wolf vom Generationenbund BGL und Walter Parma und Thomas Vorberg von Generationen Füreinander BGL ausgetauscht.

Die beiden Vereine organisieren im Berchtesgadener Land vielfältige Hilfen für ältere und pflegebedürftige Menschen. Dazu gehören Unterstützung im Haushalt und beim Einkaufen, Begleitungen zu Ärzten und Behörden sowie gemeinsame Aktivitäten. Die Angebote gehen damit weit über praktische Hilfe hinaus. Sie schaffen soziale Kontakte, ermöglichen Teilhabe und können dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben können.

„Mir ist wichtig, dass diese gewachsenen Angebote erhalten bleiben“, erklärt Kofler. „Hier geht es um weit mehr als um Hilfe beim Einkaufen oder im Haushalt. Oft entsteht ein persönlicher Kontakt, jemand schaut regelmäßig vorbei und ältere Menschen bleiben Teil einer Gemeinschaft. Gerade wenn Angehörige nicht in der Nähe leben, ist das besonders wertvoll.“

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Entlastungsbetrag für Menschen mit Pflegegrad 1. Derzeit steht ihnen dafür ein Betrag von bis zu 131 Euro monatlich zur Verfügung. Dieser ist zweckgebunden und kann für tatsächlich in Anspruch genommene, anerkannte Unterstützungsleistungen eingesetzt werden. Der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für das Pflegeneuordnungsgesetz sieht vor, diesen Betrag bei Pflegegrad 1 künftig nicht mehr auszuzahlen. Stattdessen sind eine intensivierte Pflegebegleitung und eine stärkere Ausrichtung auf Prävention vorgesehen.

Wolf, Vorberg und Parma sehen die geplante Änderung mit Sorge. Gerade Menschen mit kleinen Renten seien auf die bisherige Finanzierung angewiesen, um Unterstützungsangebote nutzen zu können. Sie befürchten, dass bewährte Strukturen für einen Teil der Betroffenen schwerer erreichbar werden könnten.

Kofler verweist dabei auch auf die Bedeutung für das gesamte Pflegesystem. „Unterstützung im Alltag kann helfen, Selbstständigkeit zu erhalten und ein Leben in den eigenen vier Wänden länger zu ermöglichen. Im besten Fall kann damit auch umfangreicherer Pflegebedarf hinausgezögert und die stationäre Pflege entlastet werden. Bei einer Reform müssen wir deshalb die Folgen insgesamt betrachten.“

Derzeit strebt die Bundesregierung einen Kabinettsbeschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz an. Für Kofler kommt das Gespräch deshalb zu einem wichtigen Zeitpunkt: „Die Erfahrungen der Menschen, die solche Angebote vor Ort organisieren, müssen in die weiteren parlamentarischen Beratungen einfließen. Eine neue Regelung muss sicherstellen, dass Menschen mit Pflegegrad 1 weiterhin die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, und bewährte Angebote erhalten bleiben.“

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