Wie bewährt sich das Startchancen-Programm im Schulalltag? Darüber hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Berchtesgadener Land (BSZ BGL) in Freilassing mit Schulleitungen, Lehrkräften, Startchancen-Lotsinnen und -Lotsen aus der Region, Stadträtinnen der Stadt Freilassing sowie einer Vertreterin der Regierung von Oberbayern ausgetauscht. Mit dabei war auch Landrat Michael Koller als Sachaufwandsträger der Berufsschule. Schulleiterin Sabine Ofner begrüßte die Teilnehmenden zum Erfahrungsaustausch am BSZ.
„Mich freut sehr, dass die zusätzlichen Mittel inzwischen bei unseren Schulen angekommen sind. Entscheidend ist aber, was sie im Schulalltag tatsächlich bewirken. Deshalb wollte ich hören, was gut funktioniert, wo es Schwierigkeiten gibt und wo Bund oder Land gegebenenfalls nachsteuern müssen“, erklärte Kofler. Auch Schulleiterin Sabine Ofner betonte die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs: „Gerade bei einem so umfangreichen Programm ist es wichtig, dass wir uns in dieser großen Runde über unsere Erfahrungen austauschen. Die Umsetzung des Startchancen-Programms war für die Schulen insbesondere am Anfang eine große Herausforderung. Trotzdem ist das Programm für uns ein Segen, weil es zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, die wir sonst nicht hätten.“
In der ersten Tranche des Startchancen-Programms war keine Schule aus dem Landkreis Berchtesgadener Land berücksichtigt worden. Kofler hatte sich deshalb in Absprache mit dem Freilassinger Bürgermeister Markus Hiebl beim bayerischen Kultusministerium dafür eingesetzt, dass bei der weiteren Auswahl auch die besondere Situation der Schulen in Freilassing berücksichtigt wird. Umso mehr freute sie sich, als schließlich mehrere Schulen in Freilassing und im Landkreis Berchtesgadener Land in das Programm aufgenommen wurden und damit zusätzliche Mittel aus dem Startchancen-Programm in Freilassing und im Berchtesgadener Land ankommen.
Das Startchancen-Programm ist auf zehn Jahre angelegt. Bund und Länder stellen dafür gemeinsam rund 20 Milliarden Euro bereit. Bundesweit profitieren gut 4.000 Schulen. In Bayern nehmen 580 Schulen teil.
Für Kofler gehört dazu auch der Blick auf den gesamten Wahlkreis. Neben Schulen im Berchtesgadener Land nehmen auch Schulen im Landkreis Traunstein und im Landkreis Altötting am Programm teil.
Wie konkret die zusätzlichen Möglichkeiten aussehen können, schilderten Herbert Schultes, stellvertretender Schulleiter und Christine Wagner, Lehrkraft und Startchancen-Beauftragte der Jugendsiedlung Traunreut. Sie zeigten sich besonders erfreut darüber, dass auch ihre Schule in privater Trägerschaft in das Programm aufgenommen wurde. Mit den zusätzlichen Fördermitteln konnten dort unter anderem Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema Deeskalation sowie Schulungen für Schülerinnen und Schüler zu Stress- und Konfliktmanagement angeboten werden. Hinzu kamen soziale Trainings, Exkursionen und eine Gesundheitswoche. Außerdem konnte ein Multifunktionsraum ausgestattet, eine zusätzliche heilpädagogische Kraft beschäftigt und für alle Klassenräume Handy-Safes angeschafft werden, damit die Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts konzentrierter und ohne Ablenkung arbeiten können. Trotz des hohen organisatorischen Aufwands habe die Schule bislang deutlich von dem Programm profitiert.
„Freilassing und Traunreut sind international geprägte Städte. Schülerinnen und Schüler bringen dort sehr unterschiedliche sprachliche, familiäre und soziale Voraussetzungen mit. Gute Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, mit welchen Voraussetzungen ein Kind startet“, machte Susanne Aigner, SPD-Stadträtin von Freilassing deutlich.
Die heimische Abgeordnete Bärbel Kofler betonte zum Abschluss: „Bildung ist zwar in erster Linie Aufgabe der Länder. Der Bund übernimmt mit dem Startchancen-Programm trotzdem Verantwortung und stellt erhebliche zusätzliche Mittel bereit. Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen, ob diese Unterstützung bei den Schulen ankommt und ihnen tatsächlich neue Möglichkeiten eröffnet.“