Bei einem Besuch des Bayerischen Amts für Waldgenetik in Teisendorf hat sich die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler über die Arbeit der Fachbehörde und die Herausforderungen für die Wälder im Klimawandel informiert. Im Gespräch mit Amtsleiter Dr. Joachim Hamberger ging es insbesondere um die Anpassung der Wälder an steigende Temperaturen und Trockenperioden, geeignete Baumarten und Herkünfte sowie die Zukunft des Standorts Teisendorf. Nach dem Gespräch im Amt besichtigte Kofler den Waldlehrpfad Osing bei Laufen an der Salzach.
Das Amt für Waldgenetik ist für ganz Bayern zuständig und hat seinen Sitz im Berchtesgadener Land. Es erforscht unter anderem, welche Baumarten und genetischen Herkünfte auch unter den künftig zu erwartenden klimatischen Bedingungen gute Voraussetzungen für widerstandsfähige Wälder bieten.
„Für unsere Region ist das ein ganz konkretes Zukunftsthema. Die Wälder im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein erfüllen viele Aufgaben gleichzeitig: Sie schützen, sind Lebensraum, Erholungsraum und wirtschaftliche Grundlage. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Entscheidungen für ihre Entwicklung zu treffen“, sprach Kofler.
„Wir müssen biologieoffen sein und die passende Bäume für den Klimawandel finden. Standorte verändern sich, Vegetationsphasen werden länger und Hitze, Trockenheit, Stürme, Waldbrände, Schädlinge und Pilzkrankheiten stellen unsere Wälder vor neue Herausforderungen. Deshalb brauchen wir eine große Vielfalt und müssen auch Baumarten in den Blick nehmen, die mit Hitze und Trockenheit besser umgehen können“, machte Joachim Hamberger deutlich. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Zusammenarbeit mit Südeuropa, um geeignete Baumarten mit passenden Genen für die Wälder in Bayern zu finden.
Der vom Bayerischen Amt für Waldgenetik angelegte und erneuerte Themenpfad „Unser Wald im Wandel“ bei Laufen zeigt anschaulich, wie sich der Wald durch den Klimawandel verändert und welche Möglichkeiten es gibt, ihn auf künftige Bedingungen vorzubereiten.
„Gerade hier vor Ort wird sichtbar, wie eng Forschung und praktische Forstwirtschaft zusammengehören. Die Erkenntnisse aus Teisendorf sind nicht abstrakt, sondern für die Wälder in unserer Region unmittelbar relevant“, zeigte sich die Abgeordnete Bärbel Kofler beeindruckt.
Für die Modernisierung und Erweiterung des Standorts Teisendorf wurden 2026 vom Freistaat Bayern rund 23,3 Millionen Euro freigegeben. Geplant sind unter anderem neue Verwaltungs- und Laborbereiche sowie zusätzliche Gewächshausflächen für Forschung und Versuchsanbau.
Zum Abschluss dankte sich Bärbel Kofler bei Amtsleiter Dr. Joachim Hamberger für den spannenden Austausch und die interessante Besichtigung des Waldlehrpfads: „Beim Wald müssen wir in Jahrzehnten denken. Die Forschung in Teisendorf hilft dabei, heute die richtigen Entscheidungen für die Wälder von morgen zu treffen – in Bayern und auch bei uns in der Region. Vielen Dank für die Einblicke in diese wichtige Arbeit.“