Fachexpertise der Apotheker sehr wichtig – Bärbel Kofler im Austausch mit der Apothekerschaft

23. Oktober 2024

Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler traf sich mit Lorenz Fakler dem Sprecher der Apotheker im Landkreis Traunstein und seinem Kollegen Dr. Jürgen Leikert aus Siegsdorf zum Austausch über die aktuelle Situation der Apotheken in der Region.

„Im Gesundheitsbereich arbeiten wir mit mehreren Reformprozessen intensiv daran, den Herausforderungen zu begegnen, die sich in den letzten Jahrzehnten ohne größere Reformen entwickelt haben. Ob durch das Krankenhaus-Transparenzgesetz, gesetzliche Grundlagen für den weiteren Ausbau der Digitalisierung oder die gerade verabschiedete Krankenhausreform wollen wir sicherstellen, dass unser Gesundheitssystem zukunftssicher wird“, so Kofler. Die geplante Apothekenreform sei Teil dieser Veränderungen.

Lorenz Fakler, Dr. Bärbel Kofler, MdB, Dr. Jürgen Leikert
v.l.: Lorenz Fakler, Dr. Bärbel Kofler, MdB, Dr. Jürgen Leikert

Die derzeit erst im Referentenentwurf vorliegende Apothekenreform war auch der aktuelle Anlass des Treffens. Dieser Entwurf werde nach der Kabinettsbefassung im noch anstehenden parlamentarischen Verfahren im Detail mit den Fachverbänden zu diskutieren und zu verbessern sein, schilderte Bärbel Kofler das anstehende Verfahren. Lorenz Fakler und Jürgen Leikert stellten die zurückgehende Zahl von Apotheken im Landkreis dar. Mit Sorge betrachte man Orte die Apothekenschließungen bedroht seien. „Wohnortnahe Medikamentenversorgung, die Möglichkeit des sozialen Austauschs und natürlich fachkundige Beratung in den Apotheken ist sehr wichtig“, so Jürgen Leikert.

Kritisch sehen die Apotheker die im Referentenentwurf vorgesehene Möglichkeit des temporären Betriebes einer Zweigapotheke mit pharmazeutisch-technischen Angestellten ohne Apotheker vor Ort. Dies führe nach Meinung der beiden Apotheker zu weniger Sicherheit für die Patienten. Lorenz Fakler und Jürgen Leikert äußerten die Sorge, dass es durch die Vorschläge nicht zu der mit diesem Referentenentwurf beabsichtigten Versorgungsverbesserung durch Zweigapothekengründungen in kleinen Ortschaften im ländlichen Raum ohne Apotheke komme. Befürchtet wird seitens der Apotheker, dass es eher zur Gründung derartiger „Zweigapotheken ohne Apotheker“ an attraktiven Standorten in Ballungsräumen und damit dort zu unfairem Kosten- und Konkurrenzdruck kommen könne. „Auch wir in der SPD-Bundestagsfraktion lehnen investorengetriebene Apothekerketten ab, darauf werden wir im parlamentarischen Verfahren achten. Die Vergütung soll künftig insgesamt gerechter ausgestaltet werden und den Versorgungsauftrag der Apotheken besser abbilden“, bekräftigte Bärbel Kofler.

Einig war man sich, dass die Medikamentenversorgung in der Fläche erhalten bleiben müsse. „Die Fachexpertise der Apothekerinnen und Apotheker ist wichtig für die Patientinnen und Patienten. Meine Fraktion und ich schätzen die in den Apotheken geleistete Arbeit deshalb sehr. Im konstruktiven Dialog gilt es die flächendeckende, niederschwellige Arzneimittelversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen“, so Kofler. Die Fachkompetenzen der Apotheker gelte es stärker zu nutzen, etwa bei Impfungen. Lorenz Fakler betonte die grundsätzliche Attraktivität des Apothekerberufs: „Gerade in Konkurrenz mit Arbeitsplätzen für Apothekerinnen und Apotheker in der Industrie ist es wichtig, dass wir passende Verdienstmöglichkeiten in Apotheken im ländlichen Raum bieten können. Das Interesse am Pharmaziestudium ist ungebrochen hoch, trotzdem fehlt uns der Nachwuchs in den Apotheken.“

Gerne nahm Bärbel Kofler die Anregungen mit nach Berlin und dankte den beiden Apothekern für den konstruktiven Austausch, den man weiter fortsetzen wolle.